Blog

  • Alpen – 22.08.2022 Furkajoch

    Seit Langem mal wieder eine Rennrad Tour! Das Rennrad hat im Vergleich zu meinem Gravelbike die komfortablere Übersetzung. Das ist nach Jahren Pause wieder eine richtige Hochgebirgstour. Wir stehen mit „Clärchen“, unserem Van, auf einem Campingplatz im Klostertal. Das ist im Vorarlberg. Hier geht’s los.

    Das Wetter ist optimal: nicht über 20 Grad und Sonnenschein. Der erste Wegpunkt ist Bludenz. Die Heimat der Milka-Schokolade. In der ganzen Stadt riecht es wie auf einem Weihnachtsmarkt nach heißem Kakao. Gleich nach dem Ortsausgang, hinter Thüringen – so heißt hier tatsächlich ein Dorf – geht’s steil wie an einer Wand bergauf. Das waren in der Spitze 23 Prozent Steigung.

    Zum Glück habe ich die Runde so gelegt, dass ich nach dem höchsten Punkt nur noch bergab fahren muss. Kurz vor diesem höchsten Punkt habe ich in Damüls Pause an einen gut sortierten Kiosk gemacht und bin dann die letzten 300 Höhenmeter hochgestampft. Der Pass liegt auf 1761 Meter. Die Aussicht ist grandios. Der Platz selbst ist eher schäbig. Die Sprudelbude da oben ist anspruchslos und wird von Motorradfahrern bevölkert, die ihre „sportliche Leistung“ feiern.

    Dann ging es 20 Km bergab. Die Straße würde sehr schmal. Ständig hatte ich Motorradfahrer im Nacken, die nicht kapieren, daß ich bergab auch 2 Meter Straßenbreite brauchen. Ich war froh als ich unten war und werde wohl keine Pässe mehr fahren. Die Rücksichtslosigkeit und den Krach tue ich mir nicht mehr an. Dieses Jahr fahre ich nur noch Endtäler. Das ist kaum Verkehr. Alles in allem hat es doch Spaß gemacht, sich Mal wieder richtig zu testen. 2000 Höhenmeter waren aus dem Stand eine ganz schöne Herausforderung.

  • Rostock – Kopenhagen: 3. Etappe Haslev – Kopenhagen

    Das letzte Teilstück ist zu bewältigen. Wir haben super Wetter: die Sonne scheint, kaum Wind und wenn, dann von hinten.

    Die Strecke bis Køge war regelrecht idyllisch. Nur kleine Siedlungen und immer ein weiter Blick über das hügelige Land. Ab Køge ging es an einer stark befahrenen Küstenstraße weiter Richtung Kopenhagen. Der Radweg Berlin-Kopenhagen macht ein paar Schlenker ins Hinterland. Das wollten wir wegen der zusätzlichen Kilometer nicht riskieren. Wir entschädigten uns mit einer Mittagspause am Strand, der immer nur 100m von der Straße entfernt war.

    Schloss Bregentved
    Mittagspausen-Platz. Was auffällt: kein Müll am Strand , nicht Mal eine Zigarettenkippe

    Kurz vor Kopenhagen nahmen wir wieder den originalen Radweg Berlin – Kopenhagen. Der führte um eine Lagune am Stadtrand herum. Das war auf alle Fälle unterhaltsamer als ein Radweg an der Straße. Am Westrand der Stadt ist ein bestimmt 20 km langer Befestigungsring angelegt. Der wurde wohl um die vorletzte Jahrtausendwende gebaut – so gegen 1890. Bestimmt 100 alte Bunker sind hier zu sehen. Genau an diesem Bunkerring entlang führt ein Radweg um die Stadt. Da unser Hotel im Nordosten lag, war es günstig für uns, diesen Weg durch eine endlose Lindenallee zu nutzen. Zum Schluss mussten wir nur 3 Km durch die Stadt fahren.

    Einer der Bunker an unserem Radweg
    Kopenhagen erreicht. Die Stadt in der Abendsonne
  • Rostock – Kopenhagen: 2. Etappe Marielyst – Haslev

    Am zweiten Tag stellen wir uns allen Herausforderungen. Da Übernachtungen wieder rar sind, müssen wir bis Haslev. somit wird die Etappe fast 90 km lang. Das Ziel liegt auf Seeland. Nach subjektiven Empfindungen meiner Frau, im dänischen „Mittelgebirge“. Auf Berge war sie nicht eingestellt. Wir mussten den kürzesten Weg nehmen, sonst wäre die Strecke zu lang geworden. Und dieser direkte Weg geht quer über die Insel und nicht an der flachen Küstenlinie entlang. Die Landschaft ist wie aus dem Bilderbuch: hügelig mit viel Wald und kleinen Seen. Wir hätten etwas verpasst, wären wir nicht durch die „dänische Schweiz“ geradelt. Mittags gab’s ein Päuschen am Dorfstrand von Præsto und Abends landete wir dann in einer Ferienwohnung vor Haslev. Das Gebäude war einmal eine Apotheke. Zum Spaghetti- Essen hatten wir einen traumhaften Blick in die Landschaft.

    Immer wieder kleine Seen
    Alleen, wie bei uns im Mecklenburg
    Es fehlte nur noch die Spaghetti
    Die „Gamle Apothek“, unsere Übernachtung für heute
  • Rostock- Kopenhagen: 1. Etappe 17.07.22 Rostock – Gedser – Marielyst

    Um uns Mal wieder klarzumachen, dass Kopenhagen nicht weiter von uns entfernt ist wie Berlin, fahren wir Mal kurz mit dem Fahrrad dorthin. Wie nach Berlin, sind 3 Etappen angebracht. Die ersten 63 km übernimmt die Fähre. Man fährt einfach mit dem Rad zum Hafen, kauft ein Ticket und geht aufs Schiff. ich glaube, 5x am Tag geht eine Fähre nach Dänemark . Nach 2 Stunden haben wir Gedser erreicht. Wir haben für den ersten Tag, da wir erst Mittag an Land waren, nur 50 km eingeplant. Zuerst sind wir an den Südlichsten Punkt Dänemarks gefahren, hier steht eine ehemalige Beobachtungsstation der dänischen Marine. Schon auf dem Weg dorthin haben wir den Wind im Rücken gespürt, den wir auf den nächsten Kilometern bis Nykøbing von vorn zu bewältigen hatten. Abends landeten wir in Marielyst, einem Touristen-Hotspot auf Falster. Aber nur hier gab es noch eine Übernachtung

    Der Wind war eine Herausforderung, sonst Bilderbuch-Wetter
    Unsere Fähre auf dem Rückweg nach Rostock
    Pausenplatz zwischen Gedser und Nykøbing

    Leere Landstraße uns ab und zu eine Traumimmobilie

    Unser Hotel in Marielyst
  • 09.07.2022 Lahnstein – Krefeld

    Als ich Sonntagmorgen mit Komoot den Rest der Strecke plane, bekomme ich erst mal einen Schreck: über 160 km. Aber aus Panik wurde Respekt. Ich bin schon längere Strecken gefahren, aber nicht mit Gepäck. Was soll’s! Frühes Aufstehen schafft Zeitreserven. Zeitreserven beruhigen. Um 7 Uhr beim Frühstück war nur noch eine holländischen Radmannschaft. Wir waren also unter uns
    Die Plackerei am Abend hat sich in einer Hinsicht gelohnt: Morgens ein paar Kilometer bergab hat auch seinen Reiz

    Koblenz war noch nicht aufgewacht. Also hatte ich freien Blick auf das „Deutsche Eck“. Wobei ich nicht ganz verstehe, ob es eine deutsche Leistung ist, dass hier die Mosel in den Rhein fließt.

    Das Deutsche Eck- wenn schon deutsch, dann wenigstens die Deutsche Ecke
    Leutesdorf – Idylle
    Sch**** Wind
    Streckenweise abseits von der Straße durch die Weinberge

    Zweites Frühstück in Linz
    Die Linzer Altstadt
    Mit der Fähre auf die andere Rheinseite. Hatte nicht gedacht, dass es zwischen Koblenz und Bonn keine Brücke gibt.

    Auf der anderen Rheinseite merkte ich, dass die Zeit knapp wird. Ich musste richtig treten. Die Hälfte war erst geschafft. Für eine Mittagspause war keine Zeit. Verpflegung an der Tankstelle. Salzstangen sind ein Wundermittel gegen Hungerast.

    Remagen
    Kurz vor Bonn. Leerer Radweg weil Mistwetter.
    Bonn
    … noch mal Bonn. Die Stadt mit unstillbarem Geltungsdrang
    Und jetzt Köln. Die Hauptstadt der unbegründeten Heiterkeit

    Ab jetzt hatte ich keinen Bock mehr auf Fotos. Es waren noch 75 km bis nach Hause. Der Zeitpunkt meines angekündigten Zieleinlaufs war verstrichen. Zum Glück kennt mich meine Frau. Es gab nicht eine Frage, wo ich denn bleibe.

    Trotz 2 Stunden Zeitüberschreitung noch einen Ziel-Ankunft-Kuchen

  • 08.07.2022 Neu Isenburg – Lahnstein

    Die erste Tour als jemand, der nicht mehr für Geld arbeiten muss. Ich habe mir schon seit Monaten vorgenommen, nachdem ich meinen letzten Dienstwagen abgegeben habe, mit dem Fahrrad nach Hause zu fahren. Wahrscheinlich wollte ich den Bruch noch radikaler inszenieren. Auf jeden Fall brauche ich Zeit, um in Ruhe vor mich hin zu grübel. Also habe ich die Strecke in zwei Teile geteilt. Die Hälfte lieg bei Koblenz. Heute ging es von Neu-Isenburg nach Koblenz. Die Distanz liegt ca. 140 km

    Gestartet bin vor der Bank .Erst ging es den Main entlang bis Mainz. Dem speziellen Charme von Rüsselsheim konnte ich mich auch diesmal nicht einziehen.

    Abfahrt vor der Bank (Selfies hasse ich!)
    Ein Beton Manta
    Der eisernen Steg von Rüsselsheim

    In Mainz habe ich dann an den Rhein gewechselt. Jetzt kam der Wind von vorn. Den Rest der Strecke hatte ich Gegenwind.

    Die Rheinbrücke

    „Kunst am Bau“
    Irgendwo nach Mainz

    Das mittlere Rheintal ist eine schöne Ecke. Tragisch ist, dass auf beiden Seiten Bundesstraßen und Eisenbahnstecken verlaufen. Damit hat man ständig einen Lärmpegel. So richtig genießen kann man die Landschaft nicht. Der Radweg ist gut ausgebaut. Zumindest kommt man gut voran.

    Die Pflaumen sind reif. Schmecken super. Zuviel ist gefährlich. Die Randhose bekommt man im Notfall nicht so schnell runter.
    Auf beiden Seiten des Rhein hinter jeder Fluss-Biegung ein Burg
    Die Loreley
    Der Radweg in der Nähe von Sankt Goar.
    Auf der gleichen Breite wie Winnipeg in Kanada und Ulan-Gom in der Mongolei

    In Boppard, kurz vor Koblenz fing es an zu Regnen. Ich wollte nicht im Regen auf die Fähre warten und bin bis zu nächsten Brücke in Koblenz geradelt. Jetzt musste ich aber auf der anderen Rheinseite wieder zurück zu meiner Unterkunft in Lahnstein – zumindest jetzt mit Rückenwind. Das Hotel lag jedoch auf dem Hausberg der Stadt, also noch mal ein paar Kilometer 10% Steigung den Berg rauf.

    Der Stadthafen von Lahnstein

    Blick im Abendlicht vom Hotel ins Rheintal

  • Spanien 2022 – 16.04. Sierra Calderona

    Letzter Tag. Im Nachhinein kann ich sagen, das war wohl die schönste Tour der Reise. Die Strecke habe ich durch Zufall so geplant, dass ich ausschließlich auf für Radfahrer angepassten Straßen unterwegs war. Es ging zweimal über die Sierra Calderona. Das ist ein kleines Bergmassiv nördlich von Valencia. Die ersten, bestimmt 15 km führten über eine ehemalige vierspurige Straße. Zwei volle Spuren einer Fahrtrichtung wurden zum Radeweg gemacht. Der erste Anstieg war der längste. Für Radfahrer war eine Extra Beschilderung angebracht. Jeden Kilometer würde Entfernung zum Gipfel und die maximale sowie die durchschnittliche Steigung angezeigt. Für einen Kontrollfreak wie mich genau das Richtige. Es war kaum Verkehr. Ich konnte die Natur genießen. Auf der anderen Seite im Tal bin ich wieder auf einen Via Verde gestoßen – also einen Radeweg auf einer alten Bahntrasse. Der Weg führe durch Orangen-Plantagen. Ich habe meine erste Orange direkt vom Baum gegessen. Als ich den Bahnradweg verlassen musste, begann auch schon der zweite Anstieg. Ich musste wieder zurück auf die andere Seite der Sierra Calderona. Vorher habe ich mir in einer unscheinbaren Bar in Algimia eine letzte spanische Mahlzeit gegönnt: die besten Batatas Bravas, die ich je gegessen habe. Mit vollem Bauch habe ich mich in den zweiten Anstieg „gestürzt“. Der Gipfelpunkt war nicht so.hoch, also gut zu bewältigen. Wehmütig bin ich dann die letzten Kilometer der Tour bergabgerollt

    Batatas Bravas in der Bar Avenida in Algimia d‘ Alfara
  • Spanien 2022 – 15.04. Transfer Valencia

    Um die Rückfahrt zu verkürzen, wollte ich einen halben Tag nutzen und mich mit dem Auto wieder Richtung Norden bewerben. Mein Ziel war Valencia. Das habe auf der Hinfahrt nur in Regen gesehen. Leider habe ich die Strecke unterschätzt. Ich war erst um 16.00 Uhr auf dem Campingplatz, den ich mir ausgesucht habe. Wieder habe ich den letzten Platz bekommen. Ich bin dann gleich auf das Rad. Bis Valencia Zentrum sind es noch 15-20 km. Ich hatte also zwei Stunden, mir die Stadt anzusehen. Schon beeindruckend wie die typischen spanischen Großstadthäuser mit extrem moderner Architektur kombiniert werden. Die Spanier sind mutiger was Experimente betrifft. Heute zum Karfreitag war alles auf den Beinen. Die Parks und Restaurants waren voller Leute.

  • Spanien 2022 -14.04. Sierra de Tejeda – Torrox

    Zweiter und letzter Tag in Andalusien. Der Campingplatz ist proppe voll. Viele spanische Familien mit kleinen Kindern. Ich bekomme nicht viel von dem Trubel mit. Die meiste Zeit bin ich in der Sierra unterwegs. Heute wollte ich Höhenmeter sammeln. Die Temperaturen waren ideal. Bergab musste ich mir eine Jacke anziehen. Da die meisten Spanier frei haben, gab es auch kaum LKW-Verkehr. Leider hatte sich unterwegs meine Schaltung verstellt. Mit fehlten zwei Gänge zum Runterschalten. Die Oberschenkel mussten das ausgleichen-haben sie dann auch. Es gab zwei Gipfelwertungen und insgesamt 1.150 Höhenmeter. Die Bergdörfer sind wie aus der Zeit gefallen. Jedes eine kleine Welt für sich. Immer eine Placa Espana mit Rathaus, Bar und Apotheke. Die alten Männer lungern rum und warten, daß irgendwas passiert. Wenn man wieder an die Küste kommt ist das ein Kulturbruch. Nur Bettenburgen und billiger Kommerz für Phantasielose. Die 30 km, die ich an der Küste wieder zurück fahren musste, war lückenlos zugebaut. Ich komme bestimmt wieder nach Andalusien, dann aber nur noch ins Hinterland. Morgen früh fahren ich 400 km nordwärts. Irgendwo im Hinterland von Sevilla fahre ich dann noch zwei Tagesrunden.

    Blauen Mohn habe ich noch nicht gesehen
    Die Placa in Arenas – mit Esel
    Gartenkunst in Olive
    Orangen
    Torrox am Leuchtturm -mein Platz für die Mittagspause
    Heckklappe als Reparatur- Ständer. Die Schaltung funktioniert wieder
  • Spanien 2022 – 13.04. Torre del Mar – Almarchar – Malaga

    Heute morgen musste ich erst einmal die restlichen knapp 200 km bis zu meinem neuen Basislager zurück legen. Sie Nacht auf dem Autobahn Rastplatz war ziemlich unruhig. Ich war also früh wach. Um 10.00 Uhr war ich auf dem Campingplatz, den ich mir ausgesucht habe. Mit viel Glück habe ich für 2 Nächte einen Stellplatz bekommen. Kurz nach 11.00 war ich auf dem Rad. Erst einmal ging es drei Stunden ununterbrochen bergauf. Sie steilste Steigung lag bei 20%. So etwas bin ich schon Jahre nicht mehr gefahren. Zum Glück war es nicht mal 20 Grad warm. Der Ausblick von oben und die lange Anfahrt entschädigen für alles. Als ich wieder an der Küste war bin ich noch nach Malaga geradelt. Ich konnte fast 20km die Strandpromenaden lang fahren. Damit das durchgängig geht, haben die Spanier sogar Tunnel Tunnel dafür gegraben. Auch Malaga hat jetzt oft die dritte Spur ganz zum Radeweg umgebaut. Auch sonst ist die Stadt irgendwie moderner geworden. Sogar eine Streetfood Meile haben sie eingerichtet. Das war gut für mich – habe hawaiianisch gegessen und bin dann zurück gerollt.

    Da bin ich die nächsten 2 Tage
    Basislager
    Der obligatorische Ochse
    Avocado in Spanien
    In Andalusien liegen die Orte immer auf dem Berg. Also führen die Straßen immer oben drüber und nicht daran vorbei
    Panorama von fast ganz oben
    Die Vuelta hat hier eine Bergwertung
    Moclinejo
    Noch Mal Moclinejo
    Radwegtunnel
    Sonnenuhr-geht falsch oder ich habe sie nicht richtig ablesen können
    Radweg vor Malaga
    Radweg in Malaga
    Center Pompidou in Malaga
    Hafenpromenade in Malaga
    Noch die Hafenpromenade
    Am besten geschmeckt haben die Algen
    Sieht harmlos aus – ist es aber nicht